Interview Dr. Wolfgang Plischke
Innovative Entwicklungen für ein besseres Leben
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Ja, auf jeden Fall, denn auch auf diesem Gebiet ist unsere Kompetenz als Erfinderunternehmen und Problemlöser noch mehr als bisher gefragt. Da wir die Herausforderungen des Klimawandels überaus ernst nehmen, werden wir unsere Anstrengungen auf diesem Gebiet weiter verstärken und ausweiten.
Was ist in dieser Hinsicht geplant?
Mit dem Bayer Climate Program haben wir eine umfassende, konzernweite Initiative gestartet. In diesem Rahmen werden wir unsere Innovationskraft und unser Know-how gezielt dafür einsetzen, neue Produkte und Lösungen für den Klimaschutz und den Umgang mit dem Klimawandel zu entwickeln.
Konkret bedeutet das…
…dass wir beispielsweise unsere eigenen Produktionsanlagen auf ihre Energie-Effizienz hin untersuchen und ihre klimarelevanten Effekte minimieren. Ziel ist hier, unsere Produktionsprozesse weiter zu optimieren, wenngleich sie sich bereits auf hohem technischen Niveau befinden. Außerdem werden wir bedeutende Investitionsvorhaben gezielt unter Klimaschutz- Gesichtspunkten bewerten. Dafür entwickelt Bayer Technology Services eine neue Methode, die neben der Energieeffizienz auch viele andere für den Klimaschutz wichtige Einflussgrößen berücksichtigt. Darüber hinaus arbeiten unsere Wissenschaftler daran, integrierte Lösungen für klimafreundliche Büro- und Industrie-Gebäude unter optimaler Energieausnutzung zu entwickeln.
Welchen Beitrag wird die Öffentlichkeit auf der Produktebene von Bayer erwarten können?
Im Agrarbereich arbeiten wir daran, Pflanzen zu entwickeln, die auch unter extremen Bedingungen wie Hitze und Dürre gute Erträge liefern. Darüber hinaus wollen wir Methoden entwickeln, um Pflanzen als Rohstoffe für ressourcenschonende und emissionsmindernde Kraftstoffe zu nutzen. Das Stichwort lautet hier Biofuels. Der zentrale Gedanke ist dabei: Wir müssen schonend mit unseren natürlichen Ressourcen umgehen, um unsere Zukunftsfähigkeit zu sichern und den nachfolgenden Generationen eine faire Chance zu lassen, ihr Leben zu gestalten.
Aber die Forschungsaktivitäten des Konzerns beschränken sich ja nicht auf den Bereich des Klimaschutzes. Wo liegen weitere Schwerpunkte?
Nehmen wir unseren forschungsintensivsten Bereich, Bayer HealthCare. Hier haben wir in diesem Jahr die Neuausrichtung des Entwicklungsportfolios bei Bayer Schering Pharma abgeschlossen und die Forschung zur Wirkstoff-Findung auf vier Wachstumsbereiche konzentriert: Onkologie, Kardiologie, Women’s Healthcare und Diagnostische Bildgebung.
Welche Bedeutung hat Innovation bei Bayer CropScience?
Ebenfalls eine sehr große. Von 2000 bis 2012 wollen wir insgesamt 30 neue Pflanzenschutz-Wirkstoffe auf den Markt bringen. Bis Ende vergangenen Jahres waren bereits 17 dieser neuen Wirkstoffe eingeführt. Aktuell haben wir darüber hinaus bei Bayer CropScience sogar 45 neue Projekte in der frühen Forschungsphase. Und auch im Bereich Saatgut und Pflanzenbiotechnologie umfasst unsere Pipeline mehr als 40 Leitprojekte.
Und wie sieht es bei Bayer MaterialScience aus?
Hier sind vor allem maßgeschneiderte Polyurethane, Polycarbonate und Lack- und Klebstoffrohstoffe für immer neue Anwendungen von Bedeutung, beispielsweise wassergebundene Lackrohstoffe oder Materialien für die optische und holographische Datenspeicherung. Grundlegend neue Entwicklungen sind in diesem Teilkonzern unter anderem verformbare Leuchtfolien von Lyttron oder unsere Kohlenstoff- Nanoröhren BayTubes, mit denen wir innerhalb kürzester Zeit zu einem der weltweit größten Hersteller auf diesem Gebiet werden wollen.
So viel zur aktuellen Forschungspipeline. Doch Bayer unterstützt weitere Projekte zur Zukunftssicherung. So hat das Unternehmen sein Stiftungswesen neu organisiert.
Das stimmt, denn auch hier haben wir unser Engagement für Bildung, Wissenschaft und Soziales noch verstärkt. Dazu wurden die bisherigen Stiftungsaktivitäten gebündelt und unter dem Dach von zwei neuen Stiftungen zusammengeführt. Die Bayer Science & Education Foundation fördert die schulische und wissenschaftliche Ausbildung sowie die Forschung mit den Schwerpunkten Naturwissenschaften und Medizin. Insbesondere in den Wissenschaftsfeldern, die unseren eigenen Kernkompetenzen Gesundheit, Ernährung und hochwertige Materialien nahe stehen, werden wir sowohl junge Talente als auch Spitzenwissenschaftler fördern. Hinzu kommt die Bayer Cares Foundation, die Bayer- Stiftung für das soziale Engagement. Sie fördert gezielt gemeinnützige Aktivitäten im Umfeld der Bayer-Standorte und bezuschusst internationale Sozialprojekte oder hilft Menschen, die zum Beispiel durch Naturkatastrophen in Not geraten sind.
Stichwort Talentförderung. Bayer muss doch darauf bedacht sein, Spitzenkräfte für das eigene Unternehmen zu rekrutieren. Was geschieht denn auf diesem Gebiet?
Intern haben wir mit dem Bayer Fellowship Programm ein System aufgesetzt, mit dessen Hilfe verdienstvolle Forscher, die bereits bei uns beschäftigt sind, noch gezielter gefördert werden können. Dies wird auch in der externen wissenschaftlichen Welt positiv aufgenommen. Zusätzlich suchen wir aktiv nach den besten Köpfen. So laden wir regelmäßig hoch begabte Doktoranden oder Postdocs zu uns ein und führen einen intensiven Dialog mit ihnen, um sie für unsere Firma zu begeistern.
Um herausragende Ideen geht es auch bei der Triple-i- Initiative, die die Mitarbeiter weltweit zu innovativen Geschäftsideen anregen soll. Sind Sie mit dem bisher Erreichten zufrieden?
Sogar mehr als das. Bislang sind mehr als 2.500 Ideen bei uns eingegangen, und auch wenn es nicht auf die Menge der Vorschläge ankommt, so macht diese Zahl doch auf beeindruckende Weise deutlich, wie viel kreatives Potenzial in unseren Beschäftigten steckt.
Aber entscheidend ist doch, was unter dem Strich letztendlich herauskommt.
Völlig richtig, und auch damit können wir sehr zufrieden sein. So wurden über 600 Ideen an die Teilkonzerne weitergeleitet, die davon mehr als 60 aktiv verfolgen. Dabei reicht die Spannbreite von Makrolon-Hardtops für Segelboote bis zur Wiederaufforstung von Baumplantagen.
Völlig richtig, und auch damit können wir sehr zufrieden sein. So wurden über 600 Ideen an die Teilkonzerne weitergeleitet, die davon mehr als 60 aktiv verfolgen. Dabei reicht die Spannbreite von Makrolon-Hardtops für Segelboote bis zur Wiederaufforstung von Baumplantagen.
Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wir wollen uns noch stärker nach außen öffnen und sind immer an neuen Kooperationsmöglichkeiten interessiert. Zwei Beispiele dazu: Erst kürzlich haben wir mit der RWTH Aachen ein „Zentrum für Katalyseforschung“ gegründet und auch die Hightech-Strategie der Bundesregierung wird von uns aktiv mitgestaltet. Sie sehen, dass wir mit diesen Entwicklungen auf dem richtigen Weg sind, um auch in Zukunft faszinierende Produkte zu entwickeln – ganz im Sinne unseres Leitbilds „Bayer: Science For A Better Life“.

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